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Verändere dich – aber richtig!

Von Arne Siebert

Einleitung

Tag für Tag stehen wir vor diversen Entscheidungen. Mit welchem Bein stehe ich auf? Was ziehe ich heute an? Wie komme ich zur Arbeit? Was esse ich heute? Gibt es einen Plan für das Wochenende? Fragen über Fragen, die alle nach Antworten verlangen.

Diese Antworten sind Entscheidungen für oder gegen eine Sache oder bestimmte Handlungsweise.

Um diesen Prozess zu vereinfachen und um eine Menge Energie zu sparen, hat sich unser Gehirn einen simplen Trick ausgedacht. Es greift auf unsere Gewohnheiten zurück, sodass wir nicht mehr dazu angehalten sind, darüber nachzudenken. Wir handeln wie ein Autopilot.

Als Beispiel nehmen wir die folgende Situation: Wir sitzen gemütlich im Auto und fahren am Wochenende zu unserem Bekannten. Wir biegen rechts ab, fahren weiter geradeaus und biegen in die nächste Straße links ein. Plötzlich stehen wir vor dem Unternehmen, in dem wir arbeiten. Wir sind verdutzt und können kaum glauben, so unaufmerksam gewesen zu sein.

Sie hat zugeschlagen – die Macht der Gewohnheit

Diese Macht stellt für uns immer wieder eine Herausforderung dar, gewohnte Verhaltensweisen zu ändern, denn wir kämpfen dann täglich gegen unseren inneren Autopiloten an. Ein weiteres Beispiel stellt dar, dass wir uns als Neujahrsvorsatz bewusst dazu entscheiden, 10 kg abzunehmen. Die ersten Tage laufen gut, doch bereits am dritten Tag greifen wir wie gewohnt zu Naschereien oder dem üblichen Glas Wein am Abend.

Das Entscheidende ist, dass wir hier nicht bewusst unser Zielvorhaben beenden. Unser Autopilot ist sehr stark und zudem werden wir mit Glückshormonen belohnt, wenn wir uns dem Drang hingeben. Glücklich sind wir dann allerdings immer nur kurzfristig. Letztendlich ist das Gefühl der Enttäuschung im Nachhinein viel stärker und wir ärgern uns, dass wir es wieder nicht geschafft haben, durchzuhalten.

Wie kann dieses Szenario vermieden werden?

1. Setze ein motivierendes Ziel

Ein Ziel muss zwingend motivierend sein. Falls es das nicht ist, werden wir die nötige Motivation nicht oder nur kurzfristig aufbringen, um dieses Ziel zu erreichen. Wir sollten also erst einmal herausfinden, was der tatsächliche Grund des Veränderungswunsches ist.

In Bezug auf das hier aufgeführte Beispiel könnte die Begründung also heißen: Ich möchte attraktiv sein und gut aussehen, um mich in meiner eigenen Haut wieder wohl zu fühlen. Ist der Grund dieser Zielsetzung gefunden ist es hilfreich, das Vorhaben messbar zu gestalten und in Zahlen auszudrücken. Beispiel: Ich werde ab dem 01.01.XX innerhalb von drei Monaten (bis zum 31.03.XX) 10 kg abnehmen, um mich wieder attraktiv und wohl zu fühlen.

2. Fälle eine klare Entscheidung für dein zu erreichendes Ziel und die damit verbundenen Vorteile.

Sobald das Ziel steht und begründet wurde, wird der Wunsch, dieses Ziel zu erreichen, durch die folgende Übung verstärkt. Versetze dich dazu sowohl emotional als auch körperlich in die Lage, in der du dein angestrebtes Ziel bereits erreicht hast.

Wie fühlt es sich an? Wem erzählst du als erstes davon? Was siehst und was hörst du? Suche nach Dingen, die besser sind, sobald du dein Ziel erreicht hast und schreibe mindestens zehn von diesen als gute Gründe für dein Vorhaben auf.

3. Identifiziere Reize, die deine unerwünschten Gewohnheiten fördern
Suche nach allen Auslösern, die dich dazu bringen, nach den üblichen Naschereien zu greifen. In welchen Situationen macht sich das Verlangen danach bemerkbar? Wer oder was bringt dich in Versuchung und wo befindest du dich dann in der Regel? Welche Bedürfnisse möchtest du damit befriedigen? Sensibilisiere dich darauf und nimm ganz bewusst wahr, in welchen Situationen dieses Verlangen exorbitant steigt.

4. Ersetze alte Gewohnheiten durch neue Verhaltensweisen, die ebenfalls Glückshormone ausschütten

Wenn du jetzt die Auslösereize identifiziert hast und den wahren Grund kennst warum du zugreifst, ist es möglich diese alteingesessenen Verhaltensweisen zu ändern. Wenn du die Chips beispielsweise immer abends isst und dein identifiziertes Motiv wäre Langeweile und Spieltrieb. Dann könntest du a) deine Partnerin massieren b) ein Gesellschaftsspiel spielen oder c) etwas leckeres und Gesundes kochen. Wichtig ist nur, vorher eine Entscheidung zu treffen. Am Anfang fällen wir diese Entscheidungen noch ganz bewusst. Nach und nach stellen wir allerdings immer mehr auf Autopiloten. Und so wird es dann schlussendlich zur neuen Gewohnheit.

5. Durch einen genauen Plan

Wir sollten einen Plan für unser Ziel entwickeln, um zu wissen wie wir von A) Ausgangssituation zu B) Ziel kommen. Zu Anfang entscheiden wir uns für eine Methode. Folgende könnten beim Thema abnehmen in Frage kommen: Schönheitschirurgie, Laufen gehen, auf die Ernährung achten, Den Sweat and Burn Kurs im Fitnessstudio besuchen.

In dem Beispiel entscheiden wir uns für die Ernährung. Jetzt müssen wir noch wissen; wie habe ich mich zu ernähren, wenn ich abnehmen möchte und wie setze ich das Vorhaben täglich um? Zum Beispiel Low Carb. Bei dieser Ernährungsstrategie werden die Kohlenhydrate in der Ernährung stark eingeschränkt. Wenn man jetzt weiß welche Nahrungsmittel man täglich essen darf, welche Rezepte geeignet sind, kann die Umsetzung losgehen.

6. Entwickele ein präventives Krisenmanagement

Überlege dir schon bevor du anfängst welche möglichen Fallstricke es gibt und wie du mit Ihnen umgehen kannst. In welchen Momenten wirst du bekanntlich schwach? Was fordert dich stark heraus? Wo musst du für gewöhnlich sehr stark sein? In welchen Situationen hast du großes Verlangen zu sündigen? Was für Veranstaltungen sind in nächster Zeit? Wann und in welchen Situationen muss ich vorausplanen? Identifiziere die Fallstricke und notiere dir welchen Plan du hast, wenn dieser Fall eintritt. Wie begegnest du diesen Fallstrick erfolgreich.

Als Beispiel: Du bist auf einem Geburtstag eingeladen und weißt dort gibt es ein großes ungesundes Buffet. Du bist allerdings mitten am Abnehmen. Welche Möglichkeiten hast du? A) du könntest vorher schon essen b) du könntest dich informieren was es zu Essen gibt und dich bewusst für die gesünderen Alternativen entscheiden c) du nimmst dir Essen mit. Es gibt also viele Wege auch schwierigen Situationen zu begegnen.

Mit diesem Plan kann nichts mehr schiefgehen. Die Umsetzung wird so um einiges leichter, weil du dein Unterbewusstes mit ins Boot holst. So fällt es dir leichter das langfristige Ziel (Entscheidung dafür) zu erreichen und die Kurzfristigen Gelüste (ebenso Entscheidungen) geschickt zu umspielen.

Doch wie immer steht am Anfang die Entscheidung, ob du es wirklich tun möchtest. Wenn du einen starken, immer wieder präsenten Wunsch verspürst dich zu ändern, gehe es jetzt mit voller Kraft an. Falls dir der Einsatz zu hoch ist, lebe damit und schließe den Wunsch ab.

Fakt ist, Veränderung kostet Einsatz und Wille. Bist du bereit dich zu verändern?

„Veränderungen bewegen!“

Arne Siebert
Siebert Personal Training

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